Jugend und Gemeindetag 2023/Herbstmelodien

Rückblick Jugend- und Gemeindetag 2023
Eine volle Zehntscheuer, ein „handwerklich“, kreativer Gottesdienst, tolle Jungschar-Kinder, viele Mitarbeiter, erstklassiges Wetter, leckeres Essen, kreative Spiel-, Bastel- und Kulinarikangebote, musikalische und tänzerische Auftritte, Bildershow, Spiel + Action und eine wichtige Botschaft. Das war unser Jugend- und Gemeindetag 2023. Es war wieder ein schöner Tag, an dem wir eine wunderbare Gemeinschaft haben durften und gute Gespräche hatten. Wie jedes Jahr geht auch 2023 der Erlös des Jugend- und Gemeindetages an die Kindermissionsarbeit von Hanna Hiller nach Bulgarien. Wir danken unserem himmlischen Vater für unsere tolle, segensreiche Vereinsarbeit, sowie allen Mitarbeitern und allen Kuchen-, Geld-, und Sachspendern, die in irgendeiner Art und Weise zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben! Ohne eure Unterstützung und Bereitschaft, eure Planungen, eure Ideen und eure Zeit wäre ein solcher Tag nicht möglich!

Berichte GÄUBOTE 09.10.2023

Viele Besucher bei strahlendem Sonnenschein

Bondorf: Der Jugend- und Gemeindetag des CVJM lockt bereits zum morgendlichen Gottesdienst zahlreiche Teilnehmer wie selten zuvor. Ein Video informiert über die Arbeit von Hanna Hiller in Bulgarien.

Petra Gieseler

Der Jugend- und Gemeindetag lud Groß und Klein wieder auf den Zehntscheuerplatz. GB-Foto: Holom
Der Jugend- und Gemeindetag lud Groß und Klein wieder auf den Zehntscheuerplatz. GB-Foto: Holom

Gottesdienst, Mittagessen und Action auf dem Zehntscheuerplatz mit einem abwechslungsreichen Programm – das versprach der alljährlich stattfindende Jugend- und Gemeindetag in Bondorf. Die Organisatoren zeigten sich allesamt sehr zufrieden mit dem „Zwischenstand“ am Nachmittag. „Gefühlt ist heute jedes Alter hier vertreten und es ist auch für jedes Alter etwas dabei“, so Samuel Kreutz, Vorstandsmitglied des CVJM.

Während die älteren Besucher im Innenraum der Zehntscheuer ihr Mittagessen genossen, zog es die Jüngeren ins Freie. Das Kistenstapeln gehört schon zur Tradition, mit dem Hockeyspielen kam eine neue Beschäftigung hinzu, und wer mit Kreide den Boden auf dem Zehntscheuerplatz bemalen wollte, konnte dies tun. Geschicklichkeit war beim Stapeln von Holzklötzen gefragt.

Tanzaufführungen und
CVJM-Zeltlager-Film gezeigt

Bereits zum Gottesdienst waren über 250 Gäste zugegen. „Wir mussten sogar aufstuhlen“, so Samuel Kreutz. Über den Tag verteilt konnte der CVJM zahlreiche weitere Gäste begrüßen. Wer seinen Kaffee mit Kuchen drinnen genießen wollte, konnte sich zeitgleich ein Video über die Arbeit von Hanna Hiller in Bulgarien anschauen. Sodann folgten Tanzaufführungen der „Königskinder“, im Alter von fünf bis neun Jahren sowie der „Move & Push“- Tanzgruppe der neun bis zwölfjährigen Kids. Während die Jüngeren zu christlichen Liedern tanzten, ging es bei „den Großen“ internationaler zu. „Ihre Worship-Anbetungslieder sind auch von einer komplexeren Choreografie“, sagt Chiara Kreutz, die mit Miriam Ziefle die Tanzaufführungen unterstützt. Zuvor noch ein kurzes „Briefing“ und eine kleine Probe auf dem Parkplatz, dann kann die Vorstellung starten. Ihren Applaus genossen die großen und die kleinen Tänzerinnen sichtlich.

Auch über das diesjährige Zeltlager des CVJM, erstmals von einem professionellen Kamerateam begleitet, wurde ein Film gezeigt. Der Spaß und das Erleben der Gemeinschaft stehen bei allen Aktivitäten im Fokus. Draußen herrschte ebenso ein reges Treiben, waren die Biertischgarnituren über den Tag voll besetzt. Mit kühlen Getränken zu Pommes und Fleischküchle genossen alle den herrlichen Herbsttag.

Mit dem Posaunenchor und Aufführungen der vier Jungscharen ging ein Tag voll gelebter Gemeinschaft dann schließlich zu Ende. „Das ist unser Tag im Jahr. So können wir den CVJM vorstellen und ihn feiern“, erklärte Samuel Kreutz. „Dass heute so viele Menschen unterschiedlichen Alters gekommen sind, das freut uns sehr. Es war eine runde Sache“, fiel sein Fazit aus.


„Trio-Plus“ als seltener Genuss

Bondorf: Regine und Dietrich Fischer bieten bei den Herbstmelodien einmal mehr ein erstklassiges musikalisches Fest für die Freunde klassischer Musik – und erhalten Unterstützung am Akkordeon.

Petra Gieseler

Nepomuk Golding am Akkordeon stieß diesmal zu den Herbstmelodien von Regine Fischer, hier am Klavier, dazu. GB-Foto: Holom
Nepomuk Golding am Akkordeon stieß diesmal zu den Herbstmelodien von Regine Fischer, hier am Klavier, dazu. GB-Foto: Holom

Die Herbstmelodien von Regine und Dietrich Fischer, mit Gast Nepomuk Golding, führten wieder mal zu einem voll besetzten Haus. Regine Fischer zeigte mit ihrem Cellospiel eine neue Variante ihres musikalischen Könnens. Hinzu kam als frische Note und im Kontext klassischer Musik noch fast ein Novum, das Akkordeon als drittes Instrument. Die ein wenig eigenwillige Interpretation der Sonate E-Dur von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) verhieß einen spannenden Konzertabend. In ihrer Anmoderation ließ Regine Fischer wissen, dass der Grundstein für die „Herbstmelodien“ vor 48 Jahren in der Kölner Studienzeit mit ihren Kommilitonen gelegt wurde. Einmal jährlich traf man sich und musizierte miteinander. Diese Tradition war prägend für die junge Musikerin und wurde somit 1999 erstmals dem Bondorfer Publikum am Vorabend des Jugend- und Gemeindetages zuteil. Zu Gastmusiker, Akkordeonist Nepomuk Golding, pflegen sie freundschaftlich-familiäre Bande.

Das Akkordeon wird in der Regel mit Volksmusik, Musette Walzern oder Tango assoziiert. Umso überraschender die „Kreationen“ mit Flügel oder Violine und Cello. Aus Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Cembali zauberte Regine Fischer eine Symbiose aus gewohnt klassischem Flügel mit der „Exotik“ des Akkordeons als besonderem Akzent. Dietrich Fischer an der Viola mit Gattin am Flügel gab eine „Triologie“ Johann Kalliwodas aus „Nocturnes“ für Viola und Klavier wieder. Leicht gleitet der Bogen über die Saiten der Viola und verströmt ein blumiges Aroma, das die Künstlerin am Flügel unterstreicht.

Astor Piazzolla, Begründer des „Tango Nuevo“, schuf eine Verbindung des Wesentlichen des Tangos mit klassischer Musik. Für seinen Auftritt vor der Pause wählte Nepomuk Golding als Einstieg die Geschmeidigkeit des Stückes „Novitango“. Feurige, unvorhersehbare Klänge wurden im zweiten Teil – Golding ungemein virtuos und dominant – von dem Akkordeonisten, als fulminanten Abschluss dargeboten. Der Flügel diente der Begleitung durch diese Klangwelten.

Mit der „Ouverture nach französischer Art in h-Moll“ von Bach setzte Nepomuk Golding mit einem Solo sein facettenreiches Spiel mit Luft, Knöpfen und Blasebalg im zweiten Hauptgang fort. Leicht, frisch und delikat begleitet das Akkordeon durch die „Sarabande zum Echo“. Das Instrument bietet viel Raum für neue Offenbarungen. Violine und Klavier widmen sich schließlich Franz Schuberts Sonatine in g-Moll, op. 137 Nr. 3 – der Lohn: „Bravo“-Rufe aus den Sitzreihen. „Wir hatten noch nie ein Akkordeon in einem der Konzerte. Wie kommt da überhaupt ein Ton heraus?“, so die Frage Regine Fischers an Golding. Dieser erklärte launig, in Kürze und verständlich die Funktionsweise seines Instrumentes. Auf die Frage aus dem Publikum hinsichtlich der starken Präsenz des Akkordeons innerhalb eines Konzertes antwortete Golding schmunzelnd: „Es gibt den Ton an. Die anderen müssen sich nach mir richten.“

„Das Stück ’Fantango’ von Jukka Tiensuu klingt verschroben, aber der Komponist spielt mit diesem Effekt“, kündigte Golding sein zweites Solo an. Fremd und ungewöhnlich, stellt sich das Stück dar, um erfüllend und melodiös zu enden. Mit Scott Joplins „The Chrysanthemum“ ging es ins Finale des Abends, mit als Triumvirat aus Violine, Cello und Akkordeon, mündend in „Elite Syncopatons“ des Komponisten.

„Bondorf ist mit den Herbstmelodien mit gewachsen. Wir freuen uns jedes Jahr wieder aufs Neue, hier mit Freunden musizieren zu können“, so Regine Fischer. „Das Akkordeon ist im Bereich der klassischen Musik ein noch junges Instrument“, fügte Nepomuk Golding hinzu. „Umso mehr freut es mich, heute hier, mit der persönlichen Bindung an das Ehepaar Fischer, konzertieren zu können. Das war eine sehr schöne Sache“. Ebenfalls schön: Der Erlös des Abends kommt der Arbeit Hanna Hillers in Bulgarien zu Gute.